Hallo Lukas,
steht euer Haus in einem Blitzschlag gefährdetem Gebiet? Das hängt oft mit Grundwasser zusammen. Habt
ihr eine Sat-Schüssel auf dem Dach?
Ggf. könntest du versuchen, Deinen Vater zu überreden, eine Glasfieberantenne zu erlauben (Diese sind Nicht-Technikern
aus psychologischen Gründen meist viel weniger suspekt als ein Metallstab, der in den Himmel ragt). Die A99 wäre
eine solche Glasfiberantenne. Diese könnte bei der Sat-Antenne mit befestigt werden. Alternativ würde auch die nur
halb so lange Mobilantenne DV27L (meist auch auch Glasfiber) sich eignen. Eine DV-L könnte übrigens auch mit einem
Klemmhalter an der Dachrinne oder am Fensterbrett montiert werden (Länge: 2,63m). Aber Achtung: mit einer DVL wirst
du viel schwächer sein.
Eine Antenne muss in jedem Fall (Vorschrift) mit der Erdungsanlage des Hauses verbunden sein (Fundamenterder). Dies
macht man über einen mindestens 16 Quadrat Kupferdraht. Ich hatte meine Antenne, als ich noch bei den Eltern wohnte,
über die Heizungsrohre vom Dach in den Speicher hinunter zum Potentialausgleich verbunden (Immerhin ist mein Vater
VdS-Sachverständiger u.A. für Blitzschutz, und der hat mir das damals so so gemacht. Hatte nie ein Problem, obwohl das
Haus auf einer Anhöhe steht).
Überspannungsableiter und so Zeugs hab ich nie verwendet (Gäbe es aber von Dehn/Neumarkt); bei einem Gewitter
(oder wenn ich länger nicht da war, z.B .im Urlaub) hab ich die Antenne abgesteckt und den Stecker einfach hinter den
Heizkörper hängen lassen. In der Praxis ist es im Übrigen so, dass immer weniger "Blitzenergie" bei einem Kabel hinten ankommt,
je länger es waagerecht verlegt ist. Denn ein Blitz will immer möglichst schnell nach unten. Das ist evtl relevant, wenn du den
Masten ein paar Meter vom Haus entfernt hast.
Ein Aspekt für eine Antenne am Dach ist evtl. noch, dass- wenn ein Blitz einschlägt, er über die Antennenerde zum Fundamenterder
geleitet wird. Schlägt er ins Dach direkt ein, ohne dass eine Antenne existiert, kann ggf. der Schaden sogar erheblich größer
sein. Ausschlaggebend ist hier immer, ob einem ein Blitz "voll" trifft. Denn dann ist eh meist der Schaden gewaltig, egal ob mit
oder ohne Antenne. Im Falle von Nebenblitzen oder leichteren Entladungen würde ich die Antenne eher für einen Sicherheitsfaktor
halten. Denn eine Antenne zieht normal keine Blitze an; diese orientieren sich in mehreren Kilometern Höhe an "Potentialtrichtern".
Diese sind eher abhängig von Grundwassergegebenheiten. Auf Deutsch: Die Gegend wo man sein Haus hinbaut macht um Dimensionen
mehr aus als eine Antenne am Dach, was die Gefährung angeht. Vielleicht hast du ja jetzt noch mal die Chance auf Nachverhandlungen
mit deinem Vater, denn eine Antenne am Dach ist schon ein großer Funk-Vorteil (da die Antenne am Dach i.d.R. viel freier und höher
steht, als auf einem Garten-Masten.
Ein Garten-Masten müsste auch geerdet werden, entweder über einen Staberder, oder indem du unterirdisch eine Verbindung mit dem
Fundamenterder des Hauses herstellst. Achtung: Hier kein Kupfer verwenden, sonst zersetzt sich der Stahl-Fundamenterder. Es gibt
hierfür massive Aluminium-Drähte oder verzinkte Bandstähle. Es geht auch ein verzinktes Eisenwasserleitungsrohr.
Hier hab ich eben noch etwas im Internet gefunden:
Nach der DIN VDE 0855 T1 (03-94),
Abschnitt 10, sind für Außenantennen,
die sich mehr als 2 m
unterhalb der Dachkante und weniger
als 1,5 m vom Gebäude oder
Antennenanlagen, die sich innerhalb
von Gebäuden befinden, keine
Schutzmaßnahmen erforderlich.
In allen anderen Fällen müssen
Antennenanlagen nach Abschnitt
10.2 geerdet werden. Als geeigneter
Erdungsleiter gilt ein Einzelmassivdraht
mit einem Mindestquerschnitt
von 16 mm2 Kupfer,
isoliert oder blank, der auf kürzestem
Weg mit einer Erdungsanlage
verbunden werden soll.
Schutzleiter und/oder Neutralleiter
des Starkstromnetzes oder der
Außenleiter eines beliebigen Koaxialkabels
dürfen nicht als Erdungsleiter
verwendet werden. Die
Ausführung kann entweder durch
eine Verbindung zu einer vorhandenen
Blitzschutzanlage, durch
Verbindung mit dem Erdungssystem
des Gebäudes oder durch Verbindung
zu einer Erdungsanlage erfolgen,
die aus wenigstens zwei horizontalen
Erdern von mindestens
5 m Länge oder einem vertikalen
Erder von 2,5 m besteht. Der Mindestquerschnitt
des Erders beträgt
50 mm2 Kupfer oder 80 mm2 Stahl.
Die Ausführung sollte durch ein
Fachunternehmen erfolgen, dabei
sollte auch ein entsprechender
Schutz gegen Überspannungen
und ein ordnungsgemäßer Potentialausgleich
beachtet werden.
Ich hab vor ein paar Tagen auch provisorisch eine Antenne in den Garten gebaut. Es handelt sich um eine A99 auf einem Kurbelmasten.
Diesen kann man von 2,20m auf 15m auskurbeln (auf den Bildern ca 60% ausgekurbelt). Erdung hab ich momentan über die
Fundamente der Teppichklopfstange


Statt Kurbelmasten gibt es auch sog. Schiebemasten aus Alu (leichter, billiger, aber nicht so stabil und lang).
Wenn ich deine PLZ aus dem Profil so ansehe, dann könnte es in Zeiten wo wenig Störungen sind, durchaus sogar zu mir klappen.
Nach Straubing hab ich früher öfters mal von Kelheim aus gefunkt. Schau auch mal am Kanal 27 FM, wenn du
die Antenne aufgebaut hast, da ist eine Regensburger Runde. Manchmal bin ich da auch mit drauf.
Grüße
Sascha